Erhalt unserer Bescheingungen zur Energieeffizienz

Heute haben wir unsere Bescheinigung des Primärenergiefaktors sowie unsere Bescheinigung nach dem Gebäudeenergiengesetz bekommen. Danach weist unser Nahwärmenetz folgende Werte auf:

 

Primärenergiefaktor 0,3

Es wurde uns bescheinigt, dass wir die Anforderungen an die Wärmelieferung nach §34 bis §45 GEG erfüllen. Des Weiteren erfüllen wir die Nutzungspflicht nach §10 Abs. 2 Nr. 3 GEG. 

 

Somit können wir sowohl die nachhaltige Energieerzeugung als auch die Energieeffizienz unserer Energieerzeugung und Verbringung offiziell nachweisen. Dieser Nachweis kann von Kunden an unserem Nahwärmenetz zukünftig die Berechtigung für Förderprogramme nach KFW und BAFA dienlich sein. Des Weiteren kann bei Um- oder Neubauten bereits der Anschluss an unser Netz die strengen Anforderungen der Auflagen hinsichtlich der Energiebeschaffung erfüllen. Zusätzliche Auflagen werden dadurch häufig nicht mehr gefordert. 

 

Somit schließt sich nun nach knapp zwei Jahren Netzbetrieb unser regenerativer Kreis. Wir sind nun auch nachweislich ein Energieerzeuger und Wärmelieferant, der höchsten Anforderungen und gesetzlichen Anforderungen der Zukunft bereits heute gewährleisten nachkommen und erfüllen kann. 

 

Winter 2021            - Februar -

 

 

Winter 2021           - Februar - 

 

Jetzt kommt er doch noch, der Winter. Lange gab es außer naßtrockenem Mischwetter nicht einmal die Aussicht auf Schnee. Doch seit dem Wochenende hat uns der Winter dann doch  im Griff mit straffem Ostwind - der im Volksmund genannten Russenpeitsche - und Temperaturen, die nachts bis etwa -9° Celsius absacken. 

 

Volllastbetrieb für uns. Die beiden Blockheizkraftwerke zeigen jetzt, was sie können. Beide speisen mit voller Last in das Stromnetz ein und produzieren so pro Stunde jeweils 549 kw/h elektrischen Strom und etwa 550 kw/h thermische Energie. Das sind pro Stunde ein Gigawatt Energie pro Blockheizkraftwerk ! 

 

Zeitgleich laufen unsere beiden Hackgutfeuerungsanlagen ebenfalls 24 Stunden rund um die Uhr und bringen ihre thermische Energie auf Ihren Speicher. Dieser Speicher gibt die Wärme nach und nach an unser Hauptnetz ab. Die Hackschnitzelfeuerungen laufen dabei redundand, dass heißt, sie geben Ihre Energie vollautomatisch bedarfsgerecht ab und fahren zurück, wenn die Energie nicht benötigt wird. So ist gesichert, dass primär die Energie genutzt wird, die aus den Blockheizkraftwerken entsteht und sekundär die thermische Energie hergestellt wird, welche zusätzliche Last erfordert. So können wir Tageszeiten, Nachtzeiten und Wochenendzeiten ausgleichen und die Wärme bedarfsgerecht in unsere Netze bringen. 

 

Dies funktioniert vollautomatisch - bedarf aber dem wachsamen Auge der Betreiber und vor allem ein wenig Geschick, die Prozesse so zu optimieren, dass die Anlagen dass leisten können, wozu sie gebaut wurden - nämlich zuverlässig viele Menschen mit wohltuender regenerativer Wärme zu versorgen. 

 

In diesem Betriebszustand versorgen wir zum jetzigen Zeitpunkt etwa 1.800 Haushalte vollständig mit elektrischer Energie und 47 Einfamilienhäuser,  3 große Mehrfamilienhäuser, 5 Wohnblöcke mit etwa 200 Wohneinheiten und alle öffentlichen Gebäude (Schule, Kita, Turnhallen, Gemeindezentrum) von unserer angeschlossenen Gemeinde mit thermischer Energie zum Beheizen. In diesem Jahr konnten so regenerativ 250.000 Liter Heizöl ersetzt werden. 

 

Daneben versorgen wir auf dem Landwirtschaftsbetrieb Kühling in Zemmin ebenfalls alle Gebäude vor allem die Stallungen für die Schweine und die Wohn- und Bürogebäude, was noch einmal etwa 100.000 Liter Heizöl entsprechen würde. 

 

Regenerative Energie ist im Alltag angekommen - es funktioniert grundlastfähig und zuverlässig. Dies ist Wertschöpfung vor Ort, schafft Arbeitsplätze und funktioniert im Sinne einer intakten Umwelt und mit dem notwendigen Herzblut von Menschen, die für die erneuerbaren Energien brennen. 

 

Michael Kühling

Unser neues Firmenlogo !!

28.05.2020 - Wir können heute unser neues Firmen Logo veröffentlichen. Nach einer Ausschreibung im Internet haben wir uns für dieses Logo entschieden. Es soll für unsere Energie produzierenden Unternehmungen hier in Zemmin symbolisch stehen. Das Logo wurde für uns entwickelt und ist geschützt und darf nur von uns verwendet werden. 

 

Das Blatt in der Mitte steht dabei für das Erneuerbare, welches immer wieder neu durch die Natur zur Verfügung steht. Der blaue Kreis stellt die natürlichen nahezu CO² neutralen Kreisläufe dar, die unsere Energieerzeugung in unserem Unternehmen durchläuft. Die Flamme an der linken Seite symbolisiert die Energie, welche bei uns in Form von elektrischer und thermischer Energie entsteht und für die Menschen verfügbar gemacht wird. 

 

Es ist geschafft !

 

  

Seit dem 04.12.2019 läuft das Netz vollständig regenerativ mit inzwischen 59 angeschlossenen Gebäuden. Wir haben nun den ersten Winter weitestgehend hinter uns gelassen und werden nun nach und nach in das Frühjahr übergehen. Wir werden von Zeit zu Zeit immer mal wieder hier neue Informationen über unser Nahwärmenetz veröffentlichen. Schaut also immer mal wieder rein. 

 

 

 

Die Entstehung eines Nahwärmenetzes

Die Idee

Anfang 2017 kam bei uns während einer Fachtagung in Schwerin die Idee auf, ob es nicht möglich wäre auch hier in Vorpommern ein sogenanntes Bioenergiedorf zu errichten. Wir haben Wärmeenergie in unseren Biogasanlagen zur Verfügung und unsere anliegenden Dörfer Zemmin und Tutow haben sowohl kommunale als auch private und gewerbliche Häuser, welche größtenteils mit fossilen Energieträgern beheitzt werden. Ist es möglich, diese Gebäude direkt und möglichst CO2 neutral zentral über ein Nahwärmenetz zu versorgen ?

 

Es ist möglich und zwar wie folgt:

 

Das Nahwärmenetz, bestehend aus einer Vor- und Rücklaufleitung im Durchmesser von bis zu 150 mm, verläuft vom Biogasanlagenstandort in Zemmin, durch die Ortschaft Zemmin über den Lindenweg entlang des Wiesenweges nach Tutow. Dort läuft das Netz weiter entlang der Dammstraße zum Pommernring und endet dort im alten Heizhaus. Die Wärmeenergie in Form von ca. 85°C heißem entionisiertem Heizwasser wird in 2 Blockheizkraftwerken und 2 Hackschnitzelfeuerungsanlagen kontinuierlich bedarfsgerecht erzeugt. Aus einem Technikgebäude am Standort der Biogasanlagen in Zemmin wird das Wasser nun durch die Haupt - und Nebentrassen mit Umwältzpumpen gepumpt. Auf dem Weg, findet das Heizwasser über die Nebentrassen seine Abnehmer bis zum Endpunkt am Heizhaus in Tutow am Pommernring und wird mit einer Rücklauftemperatur von ca. 50° C wieder zurück geleitet. Es entsteht also eine kontinuierliche Beschickung des Netzes und eine ständige Abgabe der Wärme an die verschiedenen Verbraucher in das Netz. Eine intelligente Steuerung regelt den Wärmefluss und den Kreislauf. Somit ist eine hohe Effizienz und ein intelligenter Betrieb gewährleistet. Mit den beiden BHKW`s können über 1.000 kw/h in das Netz stündlich abgegeben werden. Durch den Lauf der BHKW`s und die Hackschnitzelkessel können wir auf ein unterschiedliches Abnahmeverhalten der Verbraucher reagieren. Falls mal ein BHKW steht, dann gleichen die Hackschnitzelkessel die Leistung aus. Des Weiteren steht ein 400 kw/h Notheizkessel sowie das alte Heizkraftwerk in Tutow voll zur Verfügung. Somit ist die gesamte Abnahmeleistung mehrfach überbaut. Eine hohe Sicherheit ist gewährleistet. 

 

Quelle: Energthik Ingenieurgesellschaft mbH
Quelle: Energthik Ingenieurgesellschaft mbH

Was geschieht bei Störungen ?

Niemand ist vor Störungen sicher - auch im besten Netz kann es zu geplanten oder ungeplanten Ausfällen kommen.

In diesem Fall spricht man von sogenannten "Überbauungen". Das heißt, dass zusätzliche Kesselanlagen dafür Sorge tragen, im Falle eines Ausfalls der eigentlichen Heizquellen einzuspringen. In unserem Fall sind dies zwei Hackschnitzelfeuerungsanlagen. Diese produzieren jeweils bis zu 330 kw/h. Reicht diese Wärme nicht aus, greift ein Notheizkessel auf Basis von Heizöl in der Größe von 400 kw/h. Danach werden im alten Heizhaus in Tutow 3 Kessel zugeschaltet (700 kw/h, 700 kw/h, 1.725 kw/h) welche für diesen Fall die Beheizung übernehmen werden. Es soll jedoch nur im Notfall mit fossiler Energie geheizt werden.

 

Somit erreichen wir sogar eine 3 fache Überbauung - das heißt, dass im Notfall das 3 fache der benötigten Wärmemenge hergestellt werden kann, als benötigt wird. Hier planen wir mit einen sehr hohen Sicherheitsfaktor im Netz und können die benötigte Wärmeenergie sogar von 2 Standorten aus bereitstellen.

 

Langfristig ist angedacht, auch diesen fossilen Energieanteil durch eine regenerative Energiequelle zu ersetzen.

 

Wer kann schon in seinen eigenen vier Wänden auf die Sicherheit mehrerer Heizquellen zurückgreifen ?

 

Zur Zeit werden Ideen entwickelt, wie in Zukunft mit dem Heizhaus in Tutow höhere Effizienz und ein hoher gemeinsamer Nutzen für alle Kunden am Netz sicher gestellt werden kann. Hier ist die Gemeinde transparent involviert.

Quelle: Energethik Ingenieursgesellschaft mbH - Lastgangprofil einer Wärmeversorgung in 365 Tagen
Quelle: Energethik Ingenieursgesellschaft mbH - Lastgangprofil einer Wärmeversorgung in 365 Tagen

Was haben wir vor ?

Nach der Durchführung einer sogenannten Machbarkeitsstudie Anfang 2017, haben wir Gespräche mit der Gemeinde Tutow aufgenommen, um die Gemeindevertreter von der Idee zu begeistern, Ihre vorhandenen relativ alten Wärmenetze außer Betrieb zu nehmen, um die Wärmeversorgung der kommunalen Gebäude durch ein neues effizientes Nahwärmenetz zu ersetzen. Es sollen die fossilen Energieträger durch regenerative Energie, die CO² neutral erzeugt wird ersetzt werden.

 

Die Biogasanlagen in Zemmin liefern nicht nur voll - regenerativen Strom, sie können ebenfalls hohe Mengen an regenerativ erzeugter Wärmeenergie in Form von heißem Heizwasser liefern. So haben wir auf der einen Seite die Nachfrage nach einer kostengünstigen zuverlässigen regenerativen Energiequelle und auf der anderen Seite das Angebot genau dieses Mediums. Was liegt also näher, als hier die bestehenden Synergien zum Vorteil aller Seiten zu nutzen ? Nachdem wir diese Idee weiterentwickelt haben, sind wir Ende des Jahres 2017 mit der Gemeinde Tutow bereits zu einer vertraglichen Regelung gekommen. Nachdem wir mit der Gemeinde Tutow eine vertragliche Grundlage zur Wärmeabnahme geschaffen haben, haben wir mit vielen Privathaushalten gesprochen. Auch hier konnten wir einige von der Idee einer neuen effizienten Beheizung der Häuser begeistern. Es gab eine Bürgerversammlung, zu der viele Interessierte kamen. 

 

Nach längeren Planungen, Einholung notwendiger Genehmigungen, Einholung der Förderzusagen und Abfrage der Belange öffentlicher Versorger zum Bau einer solchen Leitung wurde das gesamte Netz ausgeschrieben. 

 

Wir konnten dann am 05.11.2018 mit dem ersten Spatenstich mit dem Bau des Netzes beginnen. 


Erster Spatenstich am 05.11.2018 am Pommernring - von links: Michael Kühling, Björn Lankow; Holger Schultz; Martin Sammler, Andreas Kühling, Roland Heiden (Bürgermeister) Antje Kühling, Horst Meisner
Erster Spatenstich am 05.11.2018 am Pommernring - von links: Michael Kühling, Björn Lankow; Holger Schultz; Martin Sammler, Andreas Kühling, Roland Heiden (Bürgermeister) Antje Kühling, Horst Meisner

Was ist notwendig aus Sicht eines Bürgers, um an das Netz angeschlossen zu werden ?

Nach einer gemeinsamen Terminabsprache, ist es notwendig, das unser Geschäftsführer, Herr Michael Kühling, zu Ihnen nach Hause kommt. Bei diesem Besuchstermin erläutert er Ihnen detailliert, was für die Installation eines Nahwärmeanschlusses in Ihrem speziellen Fall notwendig ist. Es wird ein Besuchsprotokoll geführt und es werden einige Fotos von Ihrer jetzigen Heizanlage gemacht. Diese Daten werden benötigt, um die Größe und die Art der Übergabestation auszulegen, die zur Wärmeübergabe aus dem Netz in Ihre eigenen 4 Wände notwendig ist. Diese Prüfung muss sorgfältig durchgeführt werden, da dies die Grundlage für die zukünftige zuverlässige Beheizung Ihres Hauses ist. Bei diesem Termin werden sie über die anfallenden Kosten und die Vertragsbedingungen informiert. Wir stehen auch gerne telefonisch für Sie in unseren Geschäftszeiten zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten.